THE OPEN 2012: Kaymer vor Aus nach 77er Runde?! Scott in Front
19. Juli 2012 | Von Bert Schmidtke | Kategorie: Golf News SpecialTag 1 bei der 141. THE OPEN Championship im Royal Lytham & St. Annes GC in Lancashire, England. War es das schon für den im Vorfeld des dritten Majors so optimistisch gestimmten Martin Kaymer? Mit einer 77 (+7) schaut der Mettmanner das Leaderboard von unten nach oben an und hat sich möglicherweise schon selber aus dem Turnier geschossen, ganz nach dem bekannten Motto: Du kannst ein Turnier nicht nach Runde 1 gewinnen, aber sehr wohl verlieren. Betrachtet man die Scores in Gänze, gab es an diesem ersten, wettermäßig relativ ruhigen, Tag in Lytham nur wenige schwächere Scores (nur zwei Leute waren schlechter), als den der deutschen Nummer 1. Das alleine zeigt, wir sehr momentan Anspruch und Wirklichkeit beim Weltranglistenfünfzehnten auseinanderklaffen. Kaymer sieht sich selber auf einem guten, vor allem auf dem richtigen Weg (siehe unseren Vorbericht hier) und hat sich in einem jüngsten Interview von der aufkeimenden Kritik an seiner Turnierplanung, seinen Schwunganpassungen etc. verwahrt. Geschenkt, niemand kann in den 27-Jährigen hineinschauen. Entscheidend sind immer die Resultate, das weiß doch jeder Sportler. Kaymer sollte sich mal mit Mario Gomez unterhalten. Niemanden, außer den Spieler selbst und vielleicht noch seinen Coach, interessiert, wie er den Ball trifft und auf welcher Ebene er dabei schwingt. Der Außenstehende schaut ausschließlich auf das, was hinten dabei rauskommt. Und da sieht es für den Donnerstag so aus: Kaymer schaffte kein einziges Birdie, machte sieben Bogeys und zwölf Pars. Um das Wochenende im Nordwesten Englands noch zu erreichen muss eine “Vollgas-Runde” her, sonst war es das bereits – einmal mehr in diesem Jahr.

Autsch, das tat weh! Kann Martin Kaymer sich nach seiner 77 in Lytham noch ins Turnier zurückkämpfen? – Foto:bmw
Siem mit 74
Open de France Champion Marcel Siem notierte eine 74 (+4) für die ersten 18 Löcher, bei seinem erst zweiten Auftritt bei einer British OPEN. Dem Ratinger gelangen drei Birdies. Leider standen denen sieben Bogeys gegenüber, drei davon am Stück auf den letzten drei Bahnen. Das brachte den Ratinger ebenfalls deutlich unter den zu erwartenden Cutstrich auf Rang 117. Siem ist aber gut drauf, schwimmt auf einem Hoch, im Gegensatz zu seinem rheinischen Kollegen. Insofern ist es ihm noch eher zuzutrauen über die Cuthürde zu springen und wenigstens eine deutsche Beteiligung beim einzigen Major auf europäischem Boden über die beiden Eröffnungsrunden hinaus zu sichern.

Muss sich ebenfalls in Runde 2 steigern, wenn er ins Wochenende bei der OPEN will: Marcel Siem – Foto: bmw
Adam Scott: Mann des Tages
Der Australier Adam Scott war der Mann des ersten Tages, einem Low-Scoring-Day. Seine 64 (-6) war die niedrigste Eröffnungsrunde, die je bei einer OPEN in Lytham gescort wurde. Obwohl auch Scott zwei Bogeys einstreute, die acht Birdies auf diesem Course waren “outstanding”. Das auch drei Akteure eine 65 (-5) erzielen konnten, zeigt die guten Verhältnisse. Hier und da nieselte es zwar mal und es war insgesamt sicher zu kühl, vor allem für alle Nicht-Nordeuropäer, aber da hat man schon ganz Anderes gesehen bei einer Open, z.B. letztes Jahr in Royal St. George’s. Paul Lawrie (Sco), der OPEN Champ des Jahres 1999 in Carnoustie, John Deere Champ Zach Johnson (USA) und der Brüsseler Nicolas Colsaerts (Bel) teilen sich mit ihren 5 unter Par Platz 2. Brandt Snedeker (USA) ist mit einer 66 (-4) alleiniger Fünfter.

Adam Scott begann gleich mal mit der niedrigsten Runde, die je zum Auftakt einer OPEN in Lytham gescort wurde – Foto: titleist
Topfavoriten schon gut dabei
Tiger Woods und Bubba Watson (beide USA) sowie Rory McIlroy (NIR) kamen allesamt mit 67 Schlägen (-3) ins Clubhaus und teilen sich mit anderen Platz 6. Luke Donald (Eng) hängt mit einer Par-Runde (70) zwar noch etwas zurück, aber die Nummer 1 der Welt ist sicher im Soll. Nur Phil Mickelson (USA) und Lee Westwood (Eng) mit jeweils 73 Schlägen und allen voran Titelverteidiger Darren Clarke (NIR) mit seiner 76 fielen aus dem Rahmen, was die Big Names angeht.





